DRK-Blutspende in Großhansdorf

Blutspenden als Erstspender

Einige Zeit schon beschäftigt mich das Thema Blutspenden. Mein Opa war lange Jahre eifriger Spender mit Auszeichnung und immer mal wieder entdecke ich Aufrufe des DRK und Co zur Blutsammlung. Doch bisher fühlte ich mich dazu nicht recht angesprochen bzw im Stande bzw verpflichtet. Wahrscheinlich auch, weil ich nie wusste, was da auf mich zukommen würde: wie lange dauert die Spende, wieviel wird abgezapft, wie vertrage ich das Ganze, was muss ich beachten. Diese Unsicherheit möchte ich nun ausräumen und meine Erfahrung mit dir teilen, weil ich von der guten gemeinnützigen Sache überzeugt bin. Menschen in meinem Umfeld waren bereits auf Blut von freiwilligen Spendern angewiesen und sicherlich wird ständiger Nachschub benötigt. Vielleicht entschließt du dich durch diese meine kleine Erfahrung auch dazu dein Blut zu spenden.

Seit ein paar Tagen sehe ich also die Holzplakataufsteller und somit den Aufruf des DRK im Ort, dass am Nachmittag und Abend des 21. Septembers im DRK-Haus im Papenwisch Blut gezapft werden soll. Einzige Info, die ich habe ist, dass Erstspender ihren Personalausweis mitbringen sollen. Weiter informiere ich mich eigentlich nicht – ich nehme mir vor, spontan nach Tageswerk an jenem Montag im Papenwisch vorbei zu schauen. Ein wenig nervös ob der neuen Situation betrete ich die Räumlichkeiten. Schilder weisen mir den Weg zur Anmeldung im ersten Stock. Aktuell ist nicht viel los, ich komme aber auch fast auf den letzten Drücker dort an. Beim Empfang freut man sich sichtlich über mich als Erstspender und nach Abgabe meines Persos werden Fakten aufgenommen. Ich unterschreibe ein Einwilligungsformular und fülle ein Blatt mit Fakten über mich und meinen (Gesundheits)Zustand aus. Einige empfindliche Informationen werden durch Ja/Nein-Strichcode-Aufkleber vertraulich gemacht, sodass mich keiner krumm angucken kann, hätte ich zB einen Beruf als Prostituierte angegeben. Was überrascht, ist, dass man frisch tätowiert bzw gepierct nicht spenden darf – liegt vermutlich an evtl verunreinigten Nadeln im Tattoostudio. Mein Blutspendenausweis würde mir in wenigen Wochen nach Haus geschickt. Als nächstes geht es zum Bluttest: ein kleiner Piks in die Fingerkuppe soll den Eisenwert im Blut feststellen. Frauen benötigen mindestens 12,5 – ich habe 12,3. Ups. Darf ich jetzt nicht spenden? Die Dame sagt, der Wert schwankt insbesondere bei Frauen oft, wir versuchen erneut. Sie knetet meinen Finger etwas, manchmal sammle sich Gewebsflüssigkeit an der Spitze, was die erste Probe oft verfälscht. Erneut getestet und zack: 14! Alles gut. Der Test auf Eisengehalt dient lediglich der Spendersicherheit, denn beim Spenden sackt der FE-Wert im Blutkreislauf etwas ab und muss sich erst wieder regenerieren. Die Richtwerte seien aber so großzügig festgelegt, dass eigentlich nichts passieren kann. Die Dame gibt mir noch ein Infoblatt über eisenreiche Ernährung, kann ja nicht schaden, sowie zwei Flyer über das DRK und Blutspenden mit. Ich dürfe als Frau alle 4 Monate spenden.

Weiter geht’s zur ärztlichen Untersuchung ins EG. Die Ärztin dort überreicht mir ein Präsent für die Erstspende: ein Fahrradreparatur-Set. Dankeschön. Geht mit mir den ausgefüllten Fragebogen durch, hakt bei Unklarheiten nach um ganz sicher zu gehen, misst meinen Blutdruck. Alles korrekt; sie bittet mich noch ein Glas Cola zu trinken und dann geht es nach nebenan zu den Spenden-Pritschen. Im Nachbarraum sind Lazarett-artig ca 10 Liegen aufgestellt. Da nur eine weitere besetzt ist darf ich mir eine aussuchen. Eine sehr freundliche Arzthelferin erklärt mir den Prozess, fragt ob ich nervös sei und beantwortet gern letzte Fragen. Nach Freilegen meines linken Armes (fast wäre mein Pullover zu eng am Ärmel zum Hochschieben gewesen: nächstes Mal drauf achten!) setzt sie mir die Kanüle und schließt mich an den Spendenbeutel an. Nun dauert es ca. 5 Minuten, bis der Beutel voll ist. Ein halber Liter soll es sein. Zum besseren Fließen soll ich ein Gummiding kneten. Ich hätte erwartet, dass ich etwas spüre, Kribbeln, Schwummern, irgendetwas. Aber nein. Eigentlich liege ich nur da und schaue mich um. Ein weiterer Herr (geübter Spender) kommt noch dazu und ist sogar noch vor mir fertig. Scheinbar war der Spendentag nur mittelgut besucht. Der Beutel ist voll, ein Piepsignal zeigt dies an. Die nette Helferin entkabelt und bittet mich, noch etwas liegen zu bleiben. Nach 5 Minuten darf ich mich aufsetzen und nach weiteren Minuten stehe ich nach eigenem Ermessen auf. Den Tipp, heute kein Alkohol mehr zu trinken, kein Sport zu betreiben bzw schwer zu arbeiten gibt man mir noch mit auf den Weg. Man bittet mich, nebenan im Cateringraum noch einen Moment Platz zu nehmen, ein wenig zu essen und zu trinken. Dort haben nette ältere Damen ein Schnittchenbuffet aufgebaut, es gibt Wasser und Kaffee. Früher am Nachmittag gab es scheinbar auch Kuchen. Ich esse einige liebevoll geschmierte Happen (auch vegetarisch) und bleibe ca 10 Minuten – bis langsam um mich herum aufgeräumt wird. Ich verabschiede und bedanke mich und fahre mit einem gutem Gefühl nach Haus.

Fazit: der Aufwand, auch der zeitliche, hält sich meiner Meinung nach im überschaubaren Rahmen. Alle, die kein grundlegendes Problem mit Nadeln oder Blut haben, sollten sich einmal überlegen, ob Blut zu spenden für sie in Frage käme. Und wenn es nur für die Karma-Quote oder die Gemeinschaft ist. Offen und freundlich werden Erstspender, neue Interessenten und überhaupt junge Leute und Blutspendennachwuchs empfangen. Wenige Dinge sollte man beachten:

– über den Tag sollte man bereits viel trinken

– ordentlich über den Tag essen

– Personalausweis bzw Spendenausweis mitbringen

– hochschiebbare Ärmel tragen

– sich ca 1 Stunde Zeit nehmen

Wer sich noch weiter informieren möchte, der darf dies gern auf der Website des DRK tun >>> hier entlang.

Das war’s. Los kann’s gehen. Auf der Facebook-Page facebook.com/grosshansdorf und hier im Blog erinnern wir dich gern an kommende Spendentermine in Großhansdorf.