Stadtbäckerei-Schacht

Hier gibt’s noch echtes Brot

Wusstest du, dass die >> Stadtbäckerei Schacht << mit ihrer Ahrensburger Backstube der letzte und somit einzige produzierende Backbetrieb in der Umgebung ist? Und wusstest du, dass die Bäckerei bei all ihren Backstücken gänzlich auf künstliche Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe verzichtet? Und dass sie die hochwertigen Rohstoffe zur Produktion größtenteils aus der Region beziehen?

Ich bisher auch nicht. Bei einem Gespräch mit Eynar Schacht fand ich all dies heraus und kaufe nun um so öfter und gerner meine Frühstücksbrötchen in einer der zwei Filialen in Großhansdorf. Die Filiale in Schmalenbeck im Ahrensfelder Weg ist sogar die aller erste Zweigstelle, die Henning Schacht damals 1976 eröffnete. Die Traditionsbackstube in der Großen Straße in Ahrensburg lief gut, man wollte auch in den Nachbarort expandieren. Um so schöner, dass sich die kleine Stehfiliale bis heute behaupten kann; besonders gegen den alltäglichen Konkurrenzdruck, bei dem es nur noch um schneller, mehr, billiger geht. Nicht so bei Schachtens, hier backt man noch im Slow-Baking-Verfahren, bei dem sie die Teigstücke satte 24h in einer Spezial-Gärkammer ruhen lassen; damit der Geschmack und die Beschaffenheit sich vollends entfalten können. Und das wissen die Kunden auch zu schätzen. Viele besinnen sich nach der „Geiz ist geil“-Mentalität endlich wieder zurück auf Qualität mit Blick auf die eigene Gesundheit. Und derartige Brot-Qualität gibt es halt nur beim selbst produzierenden Bäcker.

Gärkammer(Gärkammer Stadtbäckerei Schacht)

Aktuell bekommt die Schmalenbecker Filiale ein kleines Make-Over, wie man so schön sagt: die kleine Steh-Zweigstelle wird einladender gestaltet, es wird einen neuen Ofen und bequeme Stehsitze geben und in Kürze hat man dort die große Qual bei der Kaffee-Spezialitäten-Wahl.

Stadtbäckerei Schacht backt nicht allein für Ihre 7 Filialen in Norddeutschland, sie beliefern auch Adressen wie die Lungenclinic, den Rosenhof und weitere Einrichtungen. Die 13 Mitarbeiter in der Backstube im Ahrensburger Gewerbegebiet mischen, kneten und arbeiten noch mit der Hand – mit maschineller Unterstützung bei der Produktion, um auf die entsprechenden Mengen zu kommen. Ein Großteil der angestellten Bäcker(-Meister) arbeiten bereits viele Jahre für den Familienbetrieb, was ja meist ein gutes Zeichen für Betriebsklima und sonstige Umstände ist. 50% der langjährigen Mitarbeiter befinden sich seit ihrer Lehre dort in „Lohn und Brot“ 😉

Aktuell sucht die Stadtbäckerei Auszubildende, die den Beruf Bäcker gern von der Pieke auf erlernen möchten: zu Beginn einer Ausbildung muß der Bewerber ein einwöchiges Praktikum in der Backstube absolvieren, um für beide Seiten zu testen, ob jenes Metier (auch was die Arbeitszeiten angeht) denn auch passt. Eine Ausbildung zum Bäcker dauert 3 Jahre. Auch Schülerpraktikanten werden gern genommen. Information zur Bewerbung sowie einen entsprechende Kontakt findest du auf der >> Website der Stadtbäckerei <<.

Brötchen
Stadtbäckerei Schacht
bietet eine große Auswahl ihrer Backwaren an – bei 20 verschiedenen Brötchensorten fällt manchmal die Entscheidung schwer. Bei der Erstellung neuer Rezepte geht man auch gerne mal auf Kundenwünsche ein. So ist die Idee für die kürzlich neu ins Repertoire aufgenommenen Chiabrötchen einer Kundenidee entsprungen.
Absolute Dauerbrenner im Programm ist das Gassenhauer Roggenmischbrot sowie das leckere Heliantos Schwarzbrot mit Sonnenblumenkernen. Aktuelle Empfehlung vom Chef ist das 1878er, dessen Name sich auf das Gründungsjahr des Familienbetriebs bezieht und somit für Tradition, Ursprung und Reinheit steht: es beinhaltet nur Hefe, Salz, Wasser und Kümmel und wird durch eine lange Teigführung besonders schmackhaft (die Teigführung beschreibt die gesamte Teigentwicklung vom Mischen der Zutaten bis zum Backen).

Brot ist ja leider eines jener Lebensmittel, die mit am meisten in die Tonne wandern: in Deutschland werden jedes Jahr 500.000 Tonnen Brot weggeworfen. An der Entsorgungsstrategie in den privaten Haushalten kann Schacht natürlich nichts ändern – jedoch können die eigenen Retouren und Überbleibsel zweitverwertet werden. Gut nutzbare Reste und Rückläufer aus Überproduktion gehen der Ahrensburger Tafel zu; der weitere Rest der Backwaren wird zu Tierfutter verarbeitet und verfüttert. Also wieder ein Grund mehr, beim lokalen Traditionsbäcker seine Lieblingsbrote und -Brötchen zu besorgen statt im Billigdiscounter.
So, nun habe ich beim Schreiben von und über Brot mächtig Hunger auf eine dicke Stulle bekommen und verabschiede mich für heute. Bis bald. #ThinkGlobalBuyLocal